Schmerzfreie Behandlung im Schlaf bei Vollnarkose

Die moderne Anästhesie gestattet heute auch bei Risikopatienten ausgedehnte Operationen. Der Einsatz neuer und erprobter Techniken, die Wahl moderner Arzneimittel und Überwachungseinheiten garantieren Sicherheit auf höchstem Niveau, schwere Narkosezwischenfälle treten heute nur äußerst selten auf.

Bei der Behandlung in Intubationsnarkose (ITN) wird durch einen Narkose-Arzt eine vollständige „zentrale“ Anästhesie vorgenommen. Der Patient atmet in der Regel selbstständig, ist aber in einem tiefschlafähnlichen Bewustseinszustand. Dies erlaubt die Durchführung von zahnärztlichen Behandlungen und Operationen, ohne daß der Patient dieses bewusst wahrnimmt.

Die Anwendungsgebiete von zahnärztlichen Behandlungen in ITN sind vielfältig.

  • Kinder mit Milchzahnkaries,
  • Jugendliche, deren Weisheitszähne wir in Narkose entfernen,
  • Patienten jeden Alters mit körperlichen oder geistigen Behinderungen,
  • Angstpatienten, überwiegend im Alter zwischen 30 und 45 Jahren, die nach vielen Jahren erstmals wieder den Mut finden zum Zahnarzt zu gehen,
  • den beruflich stark eingebundenen Erwachsenen im typischen Alter zwischen 45 und 60 Jahren, der seine Zähne schnell und mit wenig Zeitaufwand in Ordnung gebracht haben möchte,
  • Senioren, die umfangreichere Operationen zum Knochenaufbau benötigen, damit die Zahnprothese wieder Halt findet.

Es besteht völlige Schmerzfreiheit während der Behandlung („man bekommt nichts mit“). Ein „Pieks“ zu Behandlungsbeginn - das ist alles! Eine Narkosesitzung ist bis zu 5 Stunden möglich. Unsere versierten Zahnärzte können in dieser Zeit konzentriert und ohne Unterbrechung arbeiten und in einer Sitzung statt in vielen kleinen Sitzungen alle notwendigen Zahnbehandlungen abschließen. Auch Angstpatienten und Patienten mit starkem Würgereiz sind problemlos behandelbar. 

Der Ablauf - Damit Sie wissen, was sie erwartet.
Eine der wichtigsten Voraussetzungen für eine erfolgreiche Behandlung in Vollnarkose ist die präzise Behandlungsplanung. Nur so kann abgeschätzt werden, welche Maßnahmen während der Narkose ausgeführt werden müssen. Alle Entscheidungen müssen vor der Narkose besprochen und getroffen worden sein. Bei einigen Patienten ist es sinnvoll, vorab ein dreidimensionales Bild (Digitale Volumentomografie = DVT) der zu behandelnden Kiefer anzufertigen. Das DVT gibt uns die Möglichkeit, bereits vor der Behandlung Ihren Knochen und Ihre Zähne von allen Seiten zu betrachten und zu beurteilen. Die Informationen, die mit einem DVT gewonnen werden können gehen weit über den Informationsgehalt eins konventionellen Röntgenbildes hinaus. Das DVT ermöglicht zudem, verschiedene Behandlungsschritte, wie das Einsetzen von Implantaten zuvor zu simulieren. Der Verlauf wichtiger Strukturen, z.B. von Nervenbahnen, kann farblich markiert werden. Ein externes kompetentes Team von Anästhesisten, mit dem wir seit Jahren sehr eng zusammenarbeiten, sorgt dafür, dass unsere Patienten vor, während und nach der Behandlung optimal betreut werden. Wie viel Narkosemittel ein Patient braucht, hängt vom Alter, Geschlecht, Gewicht, körperlicher Verfassung sowie den Medikamenten und Genussmitteln ab, die er einnimmt. Deshalb führen Anästhesisten vor jedem Eingriff ein Vorgespräch, in welchem der Bedarf an Narkosemitteln und mögliche Risikofaktoren ermittelt werden. Bitte kommen Sie und Ihre Begleitperson bzw. Sie mit Ihrem Kind rechtzeitig zum geplanten Termin in die Praxis. Der Patient muss nüchtern sein. Das bedeutet, er darf 6 Stunden
vorher nichts mehr gegessen und 4 Stunden vorher nichts mehr getrunken haben. Kleine Kinder können vorab ein wirksames Beruhigungsmittel erhalten, dass auch angstdämpfend wirkt. Dies erleichtert die Einleitung der Vollnarkose und macht es für Ihr Kind angenehmer. Sie dürfen gerne so lange bei Ihrem Kind bleiben, bis es eingeschlafen ist. Während des gesamten Eingriffs wird der Patient vom Anästhesisten überwacht. Nach der Behandlung kann sich der Patient in Ruhe im Aufwachraum ausschlafen. Die Eltern der kleinen Patienten können sofort nach der Behandlung wieder bei ihrem Kind sein und ihm Gesellschaft leisten, bis es wieder hellwach ist. Insgesamt sollten Sie sich 3 - 4 Stunden Zeit nehmen für den Aufenthalt in unseren Praxisräumen (je nach Behandlungsdauer). 

Nach der Narkose muss der Patient noch ca. 2 Stunden in unseren Praxisräumen unter Beobachtung bleiben. Der Patient sollte sich von einer Begleitperson nach Hause bringen lassen. Wenn Sie mit Ihrem Kind mit dem Auto nach Hause fahren, sorgen Sie dafür, dass sich eine weitere Begleitperson während der Heimfahrt um Ihr Kind kümmern kann. In den nächsten 24 Stunden nach der Narkose dürfen die Patienten nicht aktiv am Straßenverkehr teilnehmen, Maschinen bedienen, wichtige Entscheidungen treffen.

Finanzielle Aspekte
trägt die Krankenversicherung die Kosten? Die Kosten einer Behandlung in Vollnarkose gliedern sich in zwei Teile auf: Die Kosten der zahnärztlichen Behandlung erfolgen zu den üblichen Konditionen, wie auch ohne Anwendung einer Narkose. Kassenpatienten erhalten entsprechend der gesetzlichen Grundlagen den ihnen zustehenden Zuschuss ihrer Krankenkasse. Durch die Behandlung in Vollnarkose entstehen Ihnen als Patient also keine finanziellen Nachteile.

Über zusätzliche Kosten, welche Ihnen im Rahmen der Behandlung oder Behandlungsvorbereitung (z. B. für dreidimensionales Röntgen) entstehen können, erhalten Sie vorab einen ausführlichen Kostenvoranschlag. Eine gegebenenfalls bestehende Zusatzversicherung erstattet gemäß Versicherungspolice. Privat versicherte Patienten erhalten von uns eine Rechnung entsprechend der gültigen Gebührenordnung für Zahnärzte (GOZ) und können diese Rechnung ganz normal ihrer privaten Versicherung zur Erstattung vorlegen.

Für die Narkose wird eine separate Rechnung vom Anästhesisten an Sie erstellt. Die Narkoserechnung hat daher nichts mit der zahnärztlichen Rechnung zu tun. Für die Abrechnung der Narkose mit der Krankenkasse oder Versicherung möchten wir Ihnen folgende, wichtige Hinweise geben:

Gesetzlich versicherte Patienten:
Leider ist es durch einen Verordnungserlass mit Wirkung vom 01.01.2008 zu einer erheblichen Einschränkung der Bezuschussung von zahnärztlich bedingten Vollnarkosen durch die Krankenkasse gekommen. Durch diesen Erlass kann die Vollnarkose nur noch in Ausnahmefällen bei Kindern bis zum 12. Lebensjahr ausschliesslich auf Kosten der Krankenkasse erbracht werden.
Explizit ausgeschlossen wurden Narkosen bei Angstpatienten – auch mit Attest über Zahnarztphobie vom Hausarzt oder einem Psychologen. Die Narkose muss vom Patienten also selber gezahlt werden, oft auch bei Bestehen einer Zahn-Zusatzversicherung, die regelmäßig nicht für die Narkose aufkommt. 

Privat versicherte Patienten:
Die Erstattung durch die privaten Versicherungen ist stark abhängig vom Einzelfall und von der Versicherung selber. Sie erhalten über die im Rahmen der Narkosebehandlung erbrachten zahnmedizinischen Leistungen eine detaillierte Gesamtrechnung, die Sie zur Erstattung bei Ihrer Versicherung einreichen. Der Anästhesist wird Ihnen für die Leistung der Narkose eine separate Rechnung stellen.

Prof. Dr. Jahn

Weitere Informationen: 

Ästhetische Zahnmedizin ist ein junges Teilgebiet der Zahnheilkunde, das sich mit dem Erhalt bzw. der Verbesserung oraler Strukturen unter Beachtung ästhetischer Aspekte beschäftigt.

Implantologie ist jenes Teilgebiet der Zahnmedizin, das sich mit dem Einpflanzen künstlicher Zahnwurzeln in den Kieferknochen beschäftigt. Letztere dienen als Fundamente für den nachfolgend anzufertigenden Zahnersatz.

Insbesondere für aufwendige Sanierungen des Gebisses von sehr ängstlichen sowie behinderten Menschen und Kindern ist die Vollnarkose geeignet.

Wer hat sie nicht, die Angst vor dem Zahnarztbesuch. Die meisten Patienten haben es gelernt, mit ihren Ängsten umzugehen. Was ist aber mit jenen, die trotz des Wissens um die Behandlungsnotwendigkeit es kaum bis in die zahnärztliche Praxis schaffen?